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Gemeinfreies Werk · 1880 · Vormodern

Wundts Reaktionszeitstudien: Gründung der Chronometrie-Methodologie

Die früheste systematische experimentelle Studie zur mentalen Geschwindigkeit. Wilhelm Wundt an der Universität Leipzig (in seinem Labor zur Gründung der Psychologie) entwickelte die Reaktionszeit-Chronometrie als primäres Werkzeug zur Messung der Geschwindigkeit mentaler Prozesse. Die Methodologie beeinflusste direkt Galton, Cattell und jeden Forscher, der versuchte, Intelligenz mit sensomotorischen Aufgaben zu messen.

About the Wundts Reaktionszeitstudien

1879 eröffnete Wilhelm Wundt das weltweit erste dedizierte Labor für experimentelle Psychologie an der Universität Leipzig. Die Methodologie, die Wundt etablierte, wurde zur Grundlage für das gesamte Feld der experimentellen Psychologie und prägte, wie individuelle Unterschiede in den nächsten 30 Jahren gemessen werden sollten.

Wundts Kernmethode war mentale Chronometrie: die Messung der Zeit, die für verschiedene mentale Prozesse durch sorgfältige experimentelle Manipulation erforderlich ist. Die einfache Reaktionszeit (Zeit vom Reiz zur Reaktion) maß die grundlegende neuronale Übertragung. Die Wahlreaktionszeit (Zeit, in der das Subjekt zwischen mehreren Reaktionen wählen muss) maß die Entscheidungsgeschwindigkeit. Die Diskriminationsreaktionszeit maß die Wahrnehmungsurteilungszeit. Durch das Subtrahieren einer Art von Reaktionszeit von einer anderen konnte Wundt die Dauer spezifischer mentaler Operationen schätzen.

Wundts Reaktionszeitmethodologie wurde von Francis Galton (Anthropometrisches Labor, 1884) und James McKeen Cattell (Mentale Tests, 1890) als Grundlage zur Messung individueller Unterschiede in der Intelligenz übernommen. Der Rahmen wurde schließlich durch Wisslers Erkenntnis von 1901, dass Reaktionszeiten akademische Leistungen nicht vorhersagen, demoliert, aber die mentale Chronometrie überlebt als Werkzeug in der modernen kognitiven Psychologie und bildet die Grundlage für moderne, reaktionszeitbasierte bildgebende Studien des Gehirns.

About this interactive version: Wundts Reaktionszeitergebnisse erfordern spezialisierte Chronometrie-Geräte (ursprünglich mechanische Geräte, später elektromechanisch) und einen geschulten Experimentator. Selbst einfache Reaktionszeitaufgaben erfordern eine Timing-Präzision im Sub-Millisekundenbereich. Moderne Webbrowser können die Reaktionszeit nicht mit der Präzision messen, die Wundt erreichte. Wir beschreiben die Methodologie, können sie jedoch nicht in interaktiver Form reproduzieren.

The 4 subtests

#1
Einfache Reaktionszeit Das Subjekt drückt eine Taste so schnell wie möglich, wenn ein Reiz erscheint. Misst die grundlegende sensomotorische Reaktionsgeschwindigkeit. Typische Zeiten für Erwachsene: 180-250 ms.
Ausrüstung
#2
Wahlreaktionszeit Das Subjekt drückt eine der mehreren Tasten, abhängig davon, welcher Reiz erscheint. Misst die Entscheidungsgeschwindigkeit. Typische Zeiten: 300-500 ms.
Ausrüstung
#3
Diskriminationsreaktionszeit Das Subjekt drückt die Taste nur, wenn der Reiz einer bestimmten Kategorie entspricht (z. B. rot, aber nicht blau). Misst die Wahrnehmungsurteilungszeit.
Ausrüstung
#4
Worterkennungszeit Das Subjekt drückt die Taste, wenn ein bekanntes Wort erkannt wird.
Ausrüstung

Source

All test materials and historical content on this page are transcribed from:

Wundt, W. (1880). Grundzüge der physiologischen Psychologie (2. Auflage). Leipzig: Wilhelm Engelmann.

Gemeinfreies Werk. Wilhelm Wundt (1832-1920) gründete 1879 das erste dedizierte Labor für experimentelle Psychologie in Leipzig. Zu seinen Studenten gehörte James McKeen Cattell, der den Reaktionszeitansatz nach Amerika brachte. Read it on Internet Archive: https://archive.org/details/grundzgederphy00wund.

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